Prüfungen

Staatliche Pflichtfachprüfung

Prüfungstermine und Antragsfristen

Die Prüfung wird zweimal jährlich abgehalten.

  • W-Termin - Antragsfrist: 1. Juli Schriftliche Prüfung: Oktober Mündliche Prüfung: Februar/März
  • S-Termin - Antragsfrist: 15. Januar Schriftliche Prüfung: April Mündliche Prüfung: September

Antragsfristen sind Ausschlussfristen, zu denen die Nachweise sämtlicher Zulassungsvoraussetzungen erbracht und beim Landesjustizprüfungsamt eingegangen sein müssen.

Wichtige Hinweise - Staatliche Pflichtprüfung von A bis Z

Akteneinsicht in die Prüfungsarbeiten (§ 33 Absatz 3 JAPO M-V)

Sie können innerhalb von sechs Monaten nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses auf schriftlichen Antrag Einsicht in Ihre Prüfungsakte nehmen. Die Möglichkeit der Akteneinsicht besteht im Regelfall beim Landesjustizprüfungsamt Mecklenburg-Vorpommern. Es besteht die Möglichkeit zu fotografieren.

Den Antrag auf Einsichtnahme richten Sie an das Landesjustizprüfungsamt.

Amtsärztliches Attest

Die Vorlage eines amtsärztlichen Attestes kann erforderlich sein als Glaubhaftmachung

  • für einen Rücktrittsgrund(§ 9 Absatz 1 JAPO M-V),
  • für einen beantragten Nachteilsausgleich(§ 15 Absatz 1 JAPO M-V) oder
  • für die Nichtberücksichtigung von Krankheitszeiten bzw. Verzögerungen aufgrund einer Behinderung oder einer schweren chronischen körperlichen Erkrankung im Rahmen eines Antrages auf Zulassung zum Freiversuch(§ 26 Absatz 2 Nummern 1, 6 JAPO M-V).

Das amtsärztliche Attest muss alle für die Beurteilung der Sachlage erheblichen Befundtatsachen (u.a. Art und Dauer der Erkrankung, das Beschwerdebild sowie etwaige geeignete Maßnahmen für einen möglichen Nachteilsausgleich) enthalten. Sofern sich die Erkrankung dem Amtsarzt nicht aus eigener Anschauung erschließt, also keine objektivierbaren Krankheitszeichen vorliegen, sind die Beifügung eines fachärztlichen Attestes sowie der Nachweis der Medikation unerlässlich.

Das amtsärztliche Attest ist von Ihnen in Auftrag zu gegeben; Sie haben auch die Kosten zu tragen. Dies gilt auch für Kosten, die anlässlich eventueller Rückfragen bei einem Arzt entstehen könnten. Eine Beauftragung durch das Landesjustizprüfungsamt erfolgt nicht.

Sollte sich das amtsärztliche Gutachten auf ein fach- oder hausärztliches Gutachten beziehen, ist dieses beizufügen.

Die Vorlage der entsprechenden Belege beinhaltet konkludent die Befreiung der Ärzte von deren Verschwiegenheitspflicht gegenüber dem Landesjustizprüfungsamt.

Das Landesjustizprüfungsamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die rechtliche Feststellung der Prüfungsunfähigkeit nicht eine Angelegenheit des Arztes ist. Diese Aufgabe obliegt allein dem Landesjustizprüfungsamt nach Durchsicht der Befunde.

Antragsfrist für die Pflichtfachprüfung (§ 4 JAPO M-V)

Der Zulassungsantrag für die staatliche Pflichtfachprüfung ist für den

  • Wintertermin (W-Termin) bis spätestens 01. Juli

und für den

  • Sommertermin (S-Termin) bis spätestens 15. Januar

des jeweiligen Jahres beim Landesjustizprüfungsamt einzureichen.

Bei den Antragsfristen handelt es sich um gesetzliche Ausschlussfristen (§ 4 Abs. 1 Satz 3 JAPO M-V). Maßgebend für die Einhaltung der Antragsfrist ist der Zeitpunkt des Eingangs der vollständigen Antragsunterlagen beim Landesjustizprüfungsamt.

Auflagen bei Nichtbestehen (§ 25 Absatz 4 JAPO M-V)

Haben Sie die Prüfung bereits nach dem schriftlichen Teil nicht bestanden oder gilt diese als nicht bestanden, können Sie die staatliche Pflichtfachprüfung einmal wiederholen. Bis dahin ist das Studium fortzusetzen. Das Landesjustizprüfungsamt trifft hierfür Festlegungen, welche Lehrveranstaltungen Sie zu besuchen und welche Leistungsnachweise Sie zu erbringen haben. In Betracht kommt hier zum Beispiel der Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Klausurenkurs/Probeexamen. Für den Fall des Nichtbestehens nach Ablegung der mündlichen Prüfung werden die Auflagen auf Vorschlag des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestimmt.

Aufsichtsarbeiten (§ 12 JAPO M-V)

Sie haben sechs Aufsichtsarbeiten (drei zivilrechtliche, eine strafrechtliche sowie zwei öffentlich-rechtliche) anzufertigen. Die Bearbeitungszeit beträgt jeweils fünf Stunden. Den Prüfungsstoff in der staatlichen Pflichtfachprüfung entnehmen Sie bitte § 11 der JAPO M-V.

Unregelmäßigkeiten, insbesondere Störungen jeglicher Art, sind der aufsichtfüh­ren­den Person unverzüglich anzuzeigen.

Weitere Hinweise für die Anfertigung von Aufsichtsarbeiten in der staatlichen Pflichtfachprüfung finden Sie hier.

Auslandssemester (§ 26 Absatz 2 Nummer 3 JAPO M-V)

Bis zu drei Auslandssemester bleiben bei der Berechnung der Semesterzahl für den Freiversuch unberücksichtigt, wenn Sie nachweislich

  • an einer ausländischen Hochschule für ein rechtswissenschaftliches Studium eingeschrieben waren,
  • rechtswissenschaftliche Lehrveranstaltungen im ausländischen Recht in angemessenem Umfang besucht haben (i.d.R. mindestens acht Semesterwochenstunden),
  • je Semester mindestens einen Leistungsnachweis im ausländischen Recht erworben haben und
  • an der inländischen Hochschule zum Zwecke des Auslandsstudiums beurlaubt waren.

Den Nachweis über das Vorliegen der Voraussetzungen können Sie unter anderem durch die Vorlage

  • eines Nachweises über die ordnungsgemäße Immatrikulation an der ausländischen Hochschule,
  • einer Bescheinigung der ausländischen Hochschule über die Teilnahme an Lehrrechtswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen mit Angabe der Semesterwochenzahlen,
  • eines "Kurs- oder Studienbuches" oder eines "Vorlesungskommentars",
  • einer Bescheinigung über die erbrachten Leistungsnachweise mit Angabe der jeweils bearbeiteten Aufgabenstellung,
  • einer aktuellen Studienbescheinigung sowie
  • einer Bescheinigung über die Beurlaubung an der Heimatuniversität erbringen.

Bitte achten Sie bereits bei dem Erwerb der erforderlichen Nachweise auf deren Aussagefähigkeit hinsichtlich der o.g. Anforderungen.

Wir empfehlen, die Berücksichtigungsfähigkeit Ihres Auslandsaufenthaltes für den Freiversuch bereits vor der Anmeldung zur Pflichtfachprüfung zu beantragen. Hierfür richten Sie einen schriftlichen Antrag mit einfachen Kopien der entsprechenden Nachweise an das Landesjustizprüfungsamt.

Ergebnisse der Aufsichtsarbeiten (§ 17 Absatz 2 JAPO M-V)

(§ 48 JAPO M-V)

Die Ergebnisse des schriftlichen Abschnitts werden nach Vorliegen aller Ergebnisse auf der Internetseite des Landesjustizprüfungsamts veröffentlicht. Hierzu erhalten Sie in der Ladung zu den Aufsichtsarbeiten ein Aktenzeichen, unter dem Sie auf der veröffentlichten Ergebnisliste Ihre Durchschnittspunktzahl des schriftlichen Abschnitts entnehmen können. Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Aktenzeichen nicht um Ihre Kennzahl handelt.

Die  Einzelergebnisse der schriftlichen Aufsichtsarbeiten werden Ihnen sodann, sofern Sie den schriftlichen Abschnitt bestanden haben, spätestens mit der Ladung zur mündlichen Prüfung mitgeteilt.

Sollten Sie den schriftlichen Abschnitt nicht bestanden haben, erhalten Sie ebenfalls eine Mitteilung Ihrer Einzelergebnisse.

Erkrankung

Freiversuch (§ 26 JAPO M-V)

Handys

Das Benutzen von Mobiltelefonen jeder Art ist während der gesamten Prüfungszeit untersagt. Mitgeführte Mobiltelefone sind vor Beginn der Prüfung so abzulegen, dass während der Bearbeitungszeit keine Zugriffsmöglichkeit besteht. Bereits das Mitführen eines ausgeschalteten Mobiltelefones während der Bearbeitungszeit der Klausuren kann einen Täuschungsversuch darstellen. Es wird daher dringend empfohlen, Mobiltelefone nicht zur Prüfung mitzubringen. Das Landesjustizprüfungsamt behält sich vor, den Prüfungsraum, die Flure und die Toiletten auch unter Ausnutzung von technischen Möglichkeiten auf unzulässige technische Hilfsmittel, insbesondere Mobiltelefone, zu überprüfen.

Hilfsmittel (§ 13 JAPO M-V)

Die Verwaltungsvorschrift "Hilfsmittel bei den Staatsprüfungen im Geschäftsbereich des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommern" in der Fassung vom 19. Juli 2011 (AmtsBl. M-V S. 470), berichtigt am 4. August 2011 (AmtsBl. M-V S. 477), bestimmt, welche Hilfsmittel in der staatlichen Pflichtfachprüfung zugelassen und von Ihnen mitzubringen sind.

Die verwendeten Hilfsmittel dürfen keine Bestandteile enthalten, die diesen nicht vom jeweiligen Verlag beigegeben wurden. Unzulässig sind insbesondere:

  • Beilagen,
  • eingefügte Blätter,
  • Aufbauschemata,
  • Formulare,
  • Eintragungen,
  • Anmerkungen,
  • Unterstreichungen,
  • Querverweise.

Die Verwendung von Registern oder Heft- und Markierungsstreifen ist unschädlich, sofern diese ausschließlich die Kurzbezeichnung des Gesetzes tragen. Einzelne Paragraphen oder weitere Zusätze dürfen nicht vermerkt sein.

Die Einhaltung dieser Vorgaben wird während der Prüfung kontrolliert.

Verstöße oder sonstige Unregelmäßigkeiten (Täuschung, Benutzung oder das Mitsichführen nicht zugelassener oder mit unzulässigen Notizen versehener Hilfsmittel) können gem. § 15 JAG M-V zum Ausschluss von der Prüfung oder zur Bewertung der Aufsichtsarbeit mit 0 Punkten führen.

Zu beanstandende Hilfsmittel werden von der aufsichtführenden Person eingezogen und für die Dauer der Prüfung einbehalten. Ersatztexte werden nicht gestellt. Sollten Sie mit "geliehenen" Exemplaren arbeiten, befreit dieser Umstand Sie nicht von der Verantwortung für einen unzulässigen Inhalt. Die Klausuraufsicht ist befugt und vom Landesjustizprüfungsamt angewiesen, die zugelassenen Hilfsmittel vor und während der Klausurbearbeitung und der Vorbereitung des Aktenvortrages zu kontrollieren und unzulässige Hilfsmittel sicher zu stellen.

Die Aufsichtsarbeiten sind mit eigenem Schreibzeug zu fertigen. Auf die Verwendung von Bleistiften sollte im Hinblick auf die Lesbarkeit Ihrer Ausfertigung verzichtet werden. Das Papier für Konzept- und Reinschrift sowie Klausurdeckblätter für die Reinschrift der Prüfungsarbeit werden gestellt. Die Verwendung von anderem Papier ist nicht gestattet.

Ladung

Nachteilsausgleich (§ 15 JAPO M-V)

Notenverbesserung (§ 27 JAPO M-V)

Personenbezogene Daten

Zur Erfüllung der dem Landesjustizprüfungsamt obliegenden Aufgaben werden vom Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern, Landesjustizprüfungsamt, Puschkinstr. 19-21, 19055 Schwerin, personenbezogene Daten elektronisch gespeichert und verarbeitet.

Platznummernbescheinigung (§ 33 Absatz 2 JAPO M-V)

Auf Ihren schriftlichen Antrag wird Ihnen eine Platznummernbescheinigung ausgestellt. Diese gibt den in der staatlichen Pflichtfachprüfung im Vergleich zu allen Kandidaten eines Prüfungstermins in Mecklenburg-Vorpommern erreichten Platz an. Der Kandidat mit der höchsten Endpunktzahl erhält die Platznummer 1. Haben mehrere Kandidaten die gleiche Endpunktzahl erreicht, so erhalten sie die gleiche Platznummer.

Praktische Studienzeiten (§§ 3, 5 Absatz 1 Nummer 2 JAPO M-V)

  1. Grundsätzliches zur Teilnahme an den praktischen Studienzeiten

    Die Teilnahme an praktischen Studienzeiten ist Voraussetzung für die Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung (§§ 3, 5 Absatz 1 Nummer 2 JAPO M-V).

    Die praktischen Studienzeiten müssen insgesamt von dreimonatiger Dauer sein (zur Berechnung siehe §§ 187 ff BGB). Sie sind zwingend während der vorlesungsfreien Zeiten abzuleisten. Entscheidend für die Feststellung der vorlesungsfreien Zeiten sind die Festlegungen der jeweiligen Universität. Die praktischen Studienzeiten finden in der Zivilrechtspflege, Strafrechtspflege oder Verwaltung statt. Die praktische Studienzeit kann auch bei nur einer Ausbildungsstelle in einem vom Studenten gewählten Bereich und zusammenhängend über drei Monate absolviert werden. Es wird empfohlen, die praktischen Studienzeiten bei höchstens drei Stellen abzuleisten; die Mindestdauer der praktischen Studienzeit sollte dabei bei jeder Stelle einen Monat nicht unterschreiten.

    Eine bestimmte Reihenfolge oder ein bestimmter Zeitpunkt für die Ableistung der praktischen Studienzeiten sind nicht vorgeschrieben. Es wird jedoch empfohlen, damit erst nach entsprechender Vorbereitung, insbesondere nach dem Erwerb von Grundkenntnissen, z.B. jeweils nach den Übungen für Anfänger, zu beginnen. Praktika, die Studierende vor Aufnahme des Studiums absolviert haben, können grundsätzlich nicht ange­rechnet werden (siehe 3.).

  2. Ziel und Inhalt der praktischen Studienzeit

    Die praktische Studienzeit soll einen Einblick in die tägliche Arbeit von Juristinnen und Juristen gewäh­ren, d.h. Studierenden eine Anschauung und Information über die Rechtswirklichkeit, die sozialen Bedingungen und die Auswirkungen des Rechts sowie den Zusammenhang von materiellem Recht und Verfahrensrecht geben. Studierenden können entsprechend ihres Ausbildungsstandes leichtere Arbeiten übertragen werden. Ziel des Praktikums ist nicht der Erwerb der beruflichen Fertigkeiten.

    Bestimmte Formen der Ausbildung und Durchführung des Praktikums werden nicht vorgegeben. Studierende sollten bei der Ausbildungsstelle - soweit möglich - vertraut gemacht werden mit

    • ihrer Aufgabenstellung,
    • ihrer sachlichen und örtlichen Zuständigkeit,
    • ihrer Gliederung, ihrem Aufbau und ihrer hierarchischen Einordnung,
    • ihrem Geschäftsablauf,
    • ihren wesentlichen Arbeitsmitteln,
    • ihren Organisationsvorschriften sowie ihren Verfahrensabläufen,
    • ihren wesentlichen Entscheidungs- und Handlungsformen.

    Die Ausbildung soll einzeln erfolgen. Die Aufnahme mehrerer Studierender gleichzeitig ist möglich, wenn die Ausbildung sinnvoll gestaltet werden kann. Während der gesamten Verweildauer bei einer Praktikumsstelle sollte eine feste Ansprechpartnerin/ein fester Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Ausbildungsleiterin/der Ausbildungsleiter bestimmt die Dauer und den Umfang der Beschäftigung nach dem Ziel der Ausbildung unter Berücksichtigung der Gegebenheiten in der Ausbildungsstelle.

  3. Anrechnungsmöglichkeiten

    Abgeschlossene Ausbildungen für den gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst oder für den gehobenen allgemeinen Justizdienst können ganz oder zum Teil auf die praktischen Studienzeiten angerechnet werden. Über die Anrechnung entscheidet das Landesjustizprüfungsamt auf Antrag.

  4. Ausbildungsstellen

    Ausbildungsstellen können alle Stellen im Inland - also auch in anderen Bundesländern - und im Ausland sein, bei denen eine Anschauung von Recht vermittelt wird. Dabei ist darauf zu achten, dass hinreichend juristisch geschulte Personen zur Verfügung stehen. Studierende könne zeitweise auch anderen Mitarbeitern zugeordnet werden, wenn dies zweckmäßig ist, um die Aufgaben und Geschäftsabläufe der Stelle verständlich zu machen.

    Beispiele für Ausbildungsstellen:

    • Amts- und Landgerichte, Staatsanwaltschaften, Arbeitsgerichte, Verwaltungsgerichte, Sozialgerichte, Finanzgerichte
    • Rechtsanwälte und Notare,
    • Rechtsabteilungen oder andere mit juristischen Aufgabenstellungen betraute Organisationseinheiten von Wirtschaftsunternehmen und Verbänden,
    • Strafvollzugsbehörden,
    • Polizeipräsidien, Landesämter der Polizei, größere Polizeidienststellen mit juristisch qualifizierten Mitarbeitern,
    • Kreisverwaltungen, Verwaltungen einer kreisfreien oder großen kreisangehörigen Stadt, größere Verwaltungen von Ämtern und amtsfreien Gemeinden, wenn als Ausbilder Beschäftigte mit juristischen Qualifikationen zur Verfügung stehen,
    • gesetzgebende Körperschaften des Bundes oder des Landes,
    • kommunale Spitzenverbände,
    • Landesbehörden,
    • sonstige Behörden, wenn Studierende ausreichend Einblicke in die öffentliche Verwaltung nehmen können.

    Das Praktikum soll nicht bei einem nahen Angehörigen abgeleistet werden.

  5. Praktische Studienzeit in einem anderen Bundesland, im Ausland oder bei einem späteren Studienortwechsel

    Die praktische Studienzeit kann in Teilen oder insgesamt in einem anderen Bundesland oder im Ausland abgeleistet werden. Praktikumszeiten können – insbesondere im Ausland – nur berücksichtigt werden, wenn die gewählte Praktikumsstelle oder der konkrete Inhalt der Ausbildung zumindest einen Bezug zur Anwendung des deutschen Rechts einschließlich der europarechtlichen Bezüge aufweisen.

    Wird ein Studienortwechsel angestrebt, sollte rechtzeitig mit dem dortigen Landesjustizprüfungsamt geklärt werden, ob und inwieweit bereits abgeleistete praktische Studienzeiten die dortigen Zulassungsvoraussetzungen für die Erste juristische Prüfung erfüllen.

  6. Auswahl von Praktikumsstellen

    Auswahl und Kontaktaufnahme mit Ausbildungsstelle obliegen den Studierenden. Es wird dringend empfohlen, dass sie sich frühzeitig mit gewünschten Praktikumsstellen in Verbindung setzen, da u.U. nur beschränkte Ausbildungskapazitäten vorhanden sind. Außerdem muss bei den meisten Praktikumsstellen mit einer organisatorischen Vorlaufzeit gerechnet werden.

    Einer gesonderten Anerkennung des Praktikums durch das Landesjustizprüfungsamt bedarf es nicht. Studierende der Rechtswissenschaft können in der Regel selbst ausreichend feststellen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dies gilt insbesondere, wenn das Praktikum bei einer der oben genannten Stellen abgeleistet wurde. Bei dennoch verbleibenden Zweifelsfragen zum Praktikum wenden Sie sich mit Ihrer schriftlichen Anfrage an das Landesjustizprüfungsamt.

  7. Verschwiegenheitspflicht während des Praktikums

    Zu Beginn des Praktikums und ggf. bei einem Wechsel der Praktikumsstelle sollen Studierende von der jeweiligen Stelle im Anwendungsbereich des Verpflichtungsgesetzes vom 2. März 1974 (BGBl. I S. 469, 547) zur Verschwiegenheit verpflichtet werden.

  8. Nachweis über die praktische Studienzeit

    Die Praktikumsstellen erteilen nach Abschluss des Praktikums eine Bescheinigung, die Art und Dauer der Beschäftigung nachweist. Das vom Landesjustizprüfungsamt bereitgestellte Muster sollte verwendet werden. Eine Leistungsbewertung ist nicht erforderlich.

Rücknahme des Zulassungsantrages (§ 8 Satz 2 JAPO M-V)

Eine schadlose Rücknahme Ihres Antrages auf Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung ist nur bis zum Wirksamwerden der Zulassung möglich. Ab diesem Zeitpunkt finden die Vorschriften über denRücktrittAnwendung.

Rücktritt von der Prüfung (§ 14 JAG M-V, §§ 9, 10 JAPO M-V)

Wenn Sie nach der Zulassung zur Prüfung ohne Genehmigung von der Prüfung zurücktreten oder der mündlichen oder der schriftlichen Prüfung ohne Genehmigung fernbleiben, gilt die Prüfung insgesamt als nicht bestanden. Das Gleiche gilt, wenn Sie die Prüfung ohne Genehmigung abbrechen. Die Nichtabgabe einer einzigen Aufsichtsarbeit ist unschädlich; die Klausur wird allerdings mit "0 Punkten" bewertet. Eine Wiederholungsmöglichkeit der versäumten Klausur besteht nicht.

Ein Rücktritt wird auf schriftlichen Antrag genehmigt, wenn Sie wegen Krankheit oder aus einem anderen wichtigen und von Ihnen nicht zu vertretenden Grund an der Teilnahme an der Prüfung gehindert sind. Der Antrag auf Genehmigung ist unverzüglich zu stellen.

Der Rücktrittsgrund ist durch geeignete Nachweise, im Falle einer Erkrankung durch ein aktuelles amtsärztliches Attest und gegebenenfalls (z.B. bei nicht objektivierbaren Krankheitsanzeichen) ein fachärztliches Gutachten sowie der Medikation, zu belegen.

Prüfungsbedingte Erkrankungen stellen grundsätzlich keinen Rücktrittsgrund dar. Auch chronische Erkrankungen rechtfertigen im Regelfall keine Entschuldigung versäumter Prüfungsteile. Allerdings können auf der Grundlage von § 15 JAPO M-V auf Antrag Ausgleichsmaßnahmen (z.B. Schreibzeitverlängerung oder Pausenregelung) gewährt werden, wenn eine chronische Erkrankung vorliegt, die lediglich die mechanische Umsetzung des vorhandenen Wissens durch den Schreibvorgang beeinträchtigt und nicht - wie z.B. bei psychischen Erkrankungen - mit einer generellen Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit verbunden ist.

Wenn Sie mit genehmigtem Rücktritt nicht an der schriftlichen Prüfung teilnehmen, ist diese im nächsten Prüfungstermin insgesamt zu wiederholen. Wird Ihr Rücktritt von der mündlichen Prüfung genehmigt, ist nur diese zu wiederholen.

Studium in Mecklenburg-Vorpommern (§ 20 Absatz 1 Nummer 3 JAG M-V)

Sie müssen in den zwei der Prüfung unmittelbar vorausgehenden Semestern an einer Universität des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Fach Rechtswissenschaftenimmatrikuliert sein; eine Immatrikulation zum Zeitpunkt der Prüfung ist nicht erforderlich. Ein Nachweis hierüber ist im Rahmen der Anmeldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung durch Vorlage der Stammdatenblätter der Hochschule zu erbringen.

Für eine Zulassung zum Notenverbesserungsverfahren ist die Immatrikulation keine Zulassungsvoraussetzung.

Wiederholungsprüfung nach Nichtbestehen (§ 25 JAPO M-V)

Im Falle des Nichtbestehens der Prüfung kann diese einmal wiederholt werden. Bis dahin ist das Studium fortzusetzen. Das Landesjustizprüfungsamt bestimmt hierzu Auflagen.

Zeugnisse (§§ 23 Absatz 2, 33 Absatz 1 JAPO M-V)

Sowohl über das Bestehen der staatlichen Pflichtfachprüfung als auch über das Bestehen der Ersten juristischen Prüfung wird ein Zeugnis ausgestellt. Das Zeugnis über die Erste juristische Prüfung kann allerdings nur ausgestellt und übersandt werden, sofern dem Landesjustizprüfungsamt das Schwerpunktbereichszeugnis der jeweiligen Universität im Original oder in Form einer beglaubigten Kopie vorliegt.

Unmittelbar nach Bestehen der Pflichtfachprüfung übersendet das Landesjustizprüfungsamt ohne Aufforderung zwei beglaubigte Kopien des Gesamtzeugnisses. Bei den regelmäßig von der Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald durchgeführten feierlichen Zeugnisübergaben werden den Kandidaten die Originale des Zeugnisses über die staatliche Pflichtfachprüfung und des Gesamtzeugnisses über die Erste juristische Prüfung sowie zwei beglaubigte Kopien des Pflichtfachzeugnisses ausgehändigt. Wenn Sie nicht an der feierlichen Zeugnisübergabe teilnehmen, übersendet das Landesjustizprüfungsamt auch diese Zeugnisse auf dem Postweg, sobald es von der Nichtteilnahme durch Sie benachrichtigt wurde.

Zuhörer bei der mündlichen Prüfung (§ 20 Absatz 3 JAPO M-V)

Studierenden der Rechtswissenschaften sowie mit der juristischen Ausbildung befassten Personen kann nach entsprechender Zulassung durch die Person, die der Prüfungskommission vorsitzt, das Zuhören an mündlichen Prüfungen gestattet werden. Das Landesjustizprüfungsamt empfiehlt, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Hierfür finden Sie sich bitte 30 Minuten vor Beginn der Prüfung am Prüfungsort ein und erfragen die Zustimmung unter Vorlage eines Nachweises Ihrer Berechtigung zur Teilnahme (z.B. Studentenausweis).

Die Termine der mündlichen Prüfungen werden rechtzeitig im Internetauftritt des Landesjustizprüfungsamtes veröffentlicht.

Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung (§ 19 JAG M-V, §§ 5, 7 und 8 JAPO M-V)

Zweite juristische Staatsprüfung

Mit der Zweiten juristischen Staatsprüfung wird der juristische Vorbereitungsdienst (Referendariat) abgeschlossen.

Einstellungstermine für den juristischen Vorbereitungsdienst

Jeweils 1. Juni und 1. Dezember eines Jahres

Bewerbungsfristen (Ausschlussfristen) für den juristischen Vorbereitungsdienst

4 Wochen vor dem Einstellungstermin

Anträge auf Aufnahme sind gem. § 34 Abs. 3 JAPO M-V an den Präsidenten des Oberlandesgerichts Rostock zu richten.

Zweite Juristische Staatsprüfung von A bis Z

Akteneinsicht in die Prüfungsarbeit

(§ 53 Absatz 2 JAPO M-V)

Sie können innerhalb von sechs Monaten nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses auf schriftlichen Antrag Einsicht in Ihre Prüfungsakte nehmen. Die Möglichkeit der Akteneinsicht besteht im Regelfall beim LJPA. Es besteht die Möglichkeit zu fotografieren.

Den Antrag auf Einsichtnahme richten Sie an das Landesjustizprüfungsamt.

Aktenvortrag

(§ 50 Absatz 2 JAPO M-V)

Mit dem Aktenvortrag beginnt die mündliche Prüfung. Durch den Vortrag sollen Sie zeigen, dass Sie befähigt sind, nach kur­zer Vor­be­rei­tung in freier Rede den Inhalt einer Akte darzustellen sowie einen prak­tisch brauchbaren Vorschlag zu unterbreiten und zu begrün­den. Der Vor­trag soll aus einem kurzen Bericht, dem wesent­lichen Ent­scheidungs­vor­schlag, einer knapp gefassten Begründung dieses Vor­schlages sowie einer abschließenden Mitteilung der zu treffenden Ent­schei­dung oder Maß­nah­me bestehen, wobei gege­benenfalls eine Sicher­heitsleistung nicht beziffert werden muss. Es ist vom Stand­punkt eines in der Praxis tätigen Juris­tin und Juristen aus­zugehen, der die Sache zur Bera­tung vorträgt. Zuhö­rerinnen und Zuhörer müssen in die Lage ver­setzt wer­den, den Vortrag ohne wei­teres aufzu­nehmen und alles Wesent­liche im Gedächtnis zu behalten.

Zur Vorbereitung des Vortrages dürfen nur die zugelassenen Hilfsmittel benutzt werden. Die Vorbereitungszeit beträgt 90 Minuten. Sofern sich aus dem Bearbeitervermerk nicht etwas ande­res ergibt, ist der Entscheidung derjenige Rechtszustand zugrunde zu legen, der bei Entschei­dungs­reife des von dem Akten­stück erfassten Fall­gesche­hens bestanden hat.

Beim Vortrag können Sie Stichwortzettel benutzen und bei Mittei­lun­gen von Anträgen, Zeit- oder Zahlenangaben sowie von Urkunden, auf deren Wort­laut es ankommt, die Akten heranziehen. Das vollständige Able­sen einer schriftlichen Ausar­beitung ist nicht gestattet. Der Vortrag soll die Dauer von 10 Minuten nicht über­schreiten. Unter kei­nen Umstän­den darf er länger als 12 Minuten dauern. Nach 12 Minu­ten muss damit gerechnet werden, dass die bzw. der Vorsitzende den Vor­trag abbricht. Das Aktenstück ist der bzw. dem Vorsitzen­den des Prüfungsausschusses im Anschluss an den Vortrag auszu­händigen.

Das Rechtsgebiet (Zivilrecht, Strafrecht oder Öffentliches Recht), aus dem der Aktenvortrag entnommen wird, wird Ihnen mit der Ladung zur mündlichen Prüfung mitgeteilt.

Es ist möglich, dass der von Ihnen zu bearbeitende Aktenvortrag als Originalvortrag des jeweils erstellenden Bundeslan­des ausgegeben wird. Soweit dabei zum Teil für die Bear­beitung auch das Recht eines anderen Bundeslandes heranzuziehen ist, wird dies dem Aktenvortrag beigefügt werden.

Amtsärztliches Attest

Die Vorlage eines amtsärztlichen Attestes kann erforderlich sein als Glaubhaftmachung

  • für einen Rücktrittsgrund  (§ 52 Absatz 1 i.V.m. § 9 Absatz 1 JAPO M-V),
  • für einen beantragten Nachteilsausgleich (§ 46 Absatz 2  i.V.m. § 15 Absatz 1 JAPO M-V).

Das amtsärztliche Attest muss alle für die Beurteilung der Sachlage erheblichen Befundtatsachen (u.a. Art und Dauer der Erkrankung, das Beschwerdebild sowie etwaige geeignete Maßnahmen für einen möglichen Nachteilsausgleich) enthalten. Sofern sich die Erkrankung dem Amtsarzt nicht aus eigener Anschauung erschließt, also keine objektivierbaren Krankheitszeichen vorliegen, sind die Beifügung eines fachärztlichen Attestes sowie der Nachweis der Medikation unerlässlich.

Das amtsärztliche Attest ist von Ihnen in Auftrag zu gegeben; Sie haben auch die Kosten zu tragen. Dies gilt auch für Kosten, die anlässlich eventueller Rückfragen bei einem Arzt entstehen könnten. Eine Beauftragung durch das Landesjustizprüfungsamt erfolgt nicht.

Sollte sich das amtsärztliche Gutachten auf ein fach- oder hausärztliches Gutachten beziehen, ist dieses beizufügen. Darüber hinaus wird empfohlen, den Amtsarzt von seiner ärztlichen Schweigepflicht zu entbinden, damit dieser - im Interesse einer zügigen Bearbeitung des entsprechenden Vorgangs - eventuelle Rückfragen des Landesjustizprüfungsamtes beantworten darf.

Das Landesjustizprüfungsamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die rechtliche Feststellung der Prüfungsunfähigkeit nicht eine Angelegenheit des Arztes ist. Diese Aufgabe obliegt allein dem Landesjustizprüfungsamt nach Durchsicht der Befunde.

Aufsichtsarbeiten

(§ 46 JAPO M-V)

Sie haben acht Aufsichtsarbeiten (vier zivilrechtliche, zwei strafrechtliche sowie zwei öffentlich-rechtliche) anzufertigen. Die Bearbeitungszeit beträgt jeweils fünf Stunden. 

Die Aufsichtsarbeiten beinhalten die Aufgabe, eine Ent­scheidung, Verfügung oder son­stige schriftliche Äußerung der nach der Aufgabe mit der Sache befassten Stelle oder Person zu entwer­fen. Soweit eine Begründung weder erforderlich noch üblich ist, sind die Gründe in einem Gutach­ten oder Vermerk darzulegen. Die Ein­zel­heiten der Aufgaben­stel­lung ergeben sich aus dem Bear­beiter­vermerk zur jeweili­gen Aufsichtsarbeit. Sofern sich aus die­sem nichts anderes ergibt, ist für die zugrunde zu legende Rechtslage der Zeit­punkt maß­geblich, zu dem die nach der Aufgabe mit der Sache befasste Stelle oder Per­son ihre Ent­scheidung trifft (bei gericht­lichen Entschei­dungen gegebenenfalls der Zeitpunkt der letz­ten münd­lichen Verhandlung). Unab­hän­gig von diesem Zeitpunkt ist für die Lösung der Auf­gabe die neuere Rechtsprechung zu berück­sichtigen. Bei den Nebenentscheidun­gen ist die Gebüh­rentabelle anzu­wenden, die im Schönfelder, Deutsche Gesetze, C.H.Beck, in der aktuellen Auflage als Anhang abgedruckt ist.

Unregelmäßigkeiten, insbesondere Störungen jeglicher Art, sind der aufsichtfüh­ren­den Person un­ver­züglich anzuzei­gen. Nicht rechtzeitig gerügte Beeinträchtigungen sind unbeachtlich (§ 28 Abs. 2 JAPO M-V).

Ergänzungsvorbereitungsdienst

(§ 54 Absatz 1 Satz 2, Absatz 3 JAPO M-V)

Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann sie einmal wiederholen. Bis zum Wiederholungszeitpunkt ist ein Ergänzungsvorbereitungsdienst zu leisten. Dieser endet mit Ablauf des Tages, an dem die Wiederholungsprüfung für bestanden bzw. nicht bestanden erklärt wird. Die Dauer des Ergänzungsvorbereitungsdienstes unterschreitet im Regelfall nicht einen Zeitraum von sechs Monaten. Das Landesjustizprüfungsamt bestimmt den Zeitpunkt des nächsten Prüfung sowie in besonderen Fällen Auflagen für den weiteren Vorbereitungsdienst.

Ergebnisse der Aufsichtsarbeiten

(§ 48 JAPO M-V)

Die Ergebnisse des schriftlichen Abschnitts werden nach Vorliegen aller Ergebnisse auf der Internetseite des Landesjustizprüfungsamts veröffentlicht. Hierzu erhalten Sie in der Ladung zu den Aufsichtsarbeiten ein Aktenzeichen, unter dem Sie auf der veröffentlichten Ergebnisliste Ihre Durchschnittspunktzahl des schriftlichen Abschnitts entnehmen können. Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Aktenzeichen nicht um Ihre Kennzahl handelt.

Die  Einzelergebnisse der schriftlichen Aufsichtsarbeiten werden Ihnen sodann, sofern Sie den schriftlichen Abschnitt bestanden haben, spätestens mit der Ladung zur mündlichen Prüfung mitgeteilt.

Sollten Sie den schriftlichen Abschnitt nicht bestanden haben, erhalten Sie ebenfalls eine Mitteilung Ihrer Einzelergebnisse.

Erkrankung

Erbringen Sie bei krankheitsbedingter Prüfungsunfähigkeit Prüfungsleistungen, obwohl Sie Ihre Erkrankung erkannt haben oder hätten erkennen können, können Sie sich nachträglich auf eine Leistungsminderung infolge Krankheit nicht mehr berufen.

Handys und andere elektronische Geräte

Das Benutzen von Mobiltelefonen, Smartphones, Smartwatches, Tablets und Minicomputern jeder Art ist während der gesamten Prüfungszeit untersagt. Mitgeführte elektronische Geräte sind vor Beginn der Prüfung so abzulegen, dass während der Bearbeitungszeit keine Zugriffsmöglichkeit besteht. Sämtliche Uhren - auch Armbanduhren - sind offen auf dem Arbeitstisch abzulegen.

Bereits das Mitführen eines ausgeschalteten Mobiltelefones während der Bearbeitungszeit der Klausuren kann einen Täuschungsversuch darstellen. Es wird daher dringend empfohlen, Mobiltelefone und andere elektronische Geräte nicht zur Prüfung mitzubringen. Das Landesjustizprüfungsamt behält sich vor, den Prüfungsraum, die Flure und die Toiletten auch unter Ausnutzung von technischen Möglichkeiten auf unzulässige technische Hilfsmittel, insbesondere Mobiltelefone, zu überprüfen.

Hilfsmittel

Die Verwaltungsvorschrift „Hilfsmittel bei den Staatsprüfungen im Geschäftsbereich des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommern“ in der Fassung vom 19. Juli 2011 (AmtsBl. M-V S. 470), berichtigt am 4. August 2011(AmtsBl. M-V S. 477), bestimmt, welche Hilfsmittel in der staatlichen Pflichtfachprüfung zugelassen und von Ihnen mitzubringen sind.

Die verwendeten Hilfsmittel dürfen keine Bestandteile enthalten, die diesen nicht vom jeweiligen Verlag beigegeben wurden. Unzulässig sind insbesondere

  • Beilagen,
  • eingefügte Blätter,
  • Aufbauschemata,
  • Formulare,
  • Eintragungen,
  • Anmerkungen,
  • Unterstreichungen,
  • Querverweise.

Die Einhaltung dieser Vorgaben wird während der Prüfung kontrolliert.

Die Verwendung von Registern oder Heft- und Markierungsstreifen ist un­schäd­lich, sofern diese ausschließlich die Kurzbezeichnung des Gesetzes tragen. Einzelne Para­gra­phen oder weitere Zusätze dürfen nicht vermerkt sein.

Verstöße oder sonstige Unregelmäßigkeiten (Täuschung, Benutzung oder das Mitsichführen nicht zugelassener oder mit unzulässigen Notizen versehener Hilfsmittel) können gem. § 15 JAG M-V zum Ausschluss von der Prüfung oder zur Bewertung der Aufsichtsarbeit mit 0 Punkten führen.

Zu beanstandende Hilfsmittel werden von der aufsichtführenden Person eingezogen und für die Dauer der Prüfung einbehalten. Ersatztexte werden nicht gestellt. Sollten Sie mit „geliehenen“ Exemplaren arbeiten, befreit dieser Umstand Sie nicht von der Verantwortung für einen unzulässigen Inhalt. Die Klausuraufsicht ist befugt und vom Landesjustizprüfungsamt angewiesen, die zugelassenen Hilfsmittel vor und während der Klausurbearbeitung und der Vorbereitung des Aktenvortrages zu kontrollieren und unzulässige Hilfsmittel sicher zu stellen.

Die Aufsichtsarbeiten sind mit eigenem Schreibzeug zu fertigen. Auf die Verwendung von Bleistiften sollte im Hinblick auf die Lesbarkeit Ihrer Ausfertigung verzichtet werden. Das Papier für Konzept- und Reinschrift sowie Klausurdeckblätter für die Reinschrift der Prüfungsarbeit werden gestellt. Die Verwendung von anderem Papier ist nicht gestattet.

Körperliche Behinderung

Ladung

  • zu den Aufsichtsarbeiten

Eine gesetzliche Ladungsfrist besteht nicht. Die Ladung zur Anfertigung der Aufsichtsarbeiten erfolgt innerhalb eines angemessenen Zeitraums vor den entsprechenden Klausurterminen zusammen mit der Zulassung zur Prüfung.

Eine Veröffentlichung der Prüfungszeiträume erfolgt rechtzeitig im Vorfeld auf der Internetseite des Landesjustizprüfungsamtes.

 

  • zu der mündlichen Prüfung

Die Ladung zur mündlichen Prüfung erfolgt spätestens zwei Wochen vor dem konkreten Prüfungstermin, sofern Sie nach dem Ergebnis der schriftlichen Prüfung zur mündlichen Prüfung zugelassen sind. Zur mündlichen Prüfung sind Sie zugelassen, wenn Sie im schriftlichen Abschnitt eine Gesamtnote von mindestens 3,56 Punkten erreicht und mindestens vier Ihrer Aufsichtsarbeiten mit wenigstens 4,00 Punkten bewertet worden sind, § 49 JAPO M-V.

Eine Veröffentlichung der Prüfungszeiträume erfolgt rechtzeitig im Vorfeld auf der Internetseite des Landesjustizprüfungsamtes.

Mündliche Prüfung

(§ 50 JAPO M-V)

Die mündliche Prüfung umfasst einen vom Landesjustizprüfungsamt bestimmten Aktenvortrag aus dem Zivil-, Straf- oder Öffentlichen Recht und je einen Prüfungsabschnitt in den Pflichtfächern sowie in dem von Ihnen gewählten Schwerpunktbereich. Das Rechtsgebiet, aus dem der Aktenvortrag zu halten ist, wird Ihnen mit der Ladung mitgeteilt.

Nachteilsausgleich

(§ 46 Absatz 2 i.V.m. § 15 JAPO M-V)

Für prüfungsunabhängige Beeinträchtigungen, insbesondere körperliche Behinderungen, welche die Anfertigung der Aufsichtsarbeiten erschweren, kann das Landesjustizprüfungsamt auf schriftlichen Antrag angemessene Ausgleichsmaßnahmen treffen. Berücksichtigt werden nur solche körperlichen Behinderungen, die Ihnen ernstliche Nachteile bei der Bearbeitung der Aufsichtsarbeiten bereiten, z.B. Schreibbehinderungen.

Ein Nachteilsausgleich kann nur unter folgenden Voraussetzungen gewährt werden:

  • Es muss sich um eine prüfungsunabhängige Beeinträchtigung handeln.
  • Die Folgen der Beeinträchtigung beeinflussen das reguläre Leistungsbild des Prüflings und bereiten ernstliche Nachteile bei der Bearbeitung der Aufsichtsarbeiten.
  • Es darf sich nicht um ein Dauerleiden handeln, das als persönlichkeitsbedingte Eigenschaft die Leistungsfähigkeit des Prüflings prägt.

Als Nachteilsausgleich kommt insbesondere in Betracht:

  • eine Verlängerung der Bearbeitungszeit um maximal eine Stunde,
  • Ruhepausen von insgesamt nicht mehr als 90 Minuten (welche nicht auf die Bearbeitungszeit angerechnet werden).

Ein Nachteilsausgleich wird nur auf schriftlichen Antrag gewährt. Diesen sollten Sie möglichst frühzeitig unter Beifügung eines aktuellen amtsärztlichen Attestes an das Landesjustizprüfungsamt richten.

Personenbezogene Daten

Zur Erfüllung der dem Landesjustizprüfungsamt obliegenden Aufgaben werden vom Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern, Landesjustizprüfungsamt, Puschkinstr. 19-21, 19055 Schwerin, personenbezogene Daten elektronisch gespeichert und verarbeitet.

Platznummernbescheinigung

(§ 53 Absatz 1 I.V.m. § 33 Absatz 2 JAPO M-V)

Das Landesjustizprüfungsamt übersendet Ihnen zusammen mit dem Prüfungszeugnis ein Platznummernzeugnis. Letzteres gibt den in der zweiten juristischen Staatsprüfung im Vergleich zu allen Kandidaten eines Prüfungstermins in Mecklenburg-Vorpommern erreichten Platz an. Der Kandidat mit der höchsten Endpunktzahl erhält die Platznummer 1. Haben mehrere Kandidaten die gleiche Endpunktzahl erreicht, so erhalten sie die gleiche Platznummer.

Rechtsvorschriften

Die Zweite Staatsprüfung wird nach den Bestimmungen des Gesetzes über die Juristenausbildung im Land Mecklenburg-Vorpommern – Juristenausbildungsgesetz – JAG M-V – vom 16. Dezember 1992 (GVOBl. M-V S. 725), in der derzeit geltenden Fassung, und der Verordnung zur Ausführung des Juristenausbildungsgesetzes im Land Mecklenburg-Vorpommern – Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung – JAPO M-V – vom 16. Juni 2004 (GVOBl. M-V S. 281), in der derzeit geltenden Fassung, durchgeführt.

Rücktritt von der Prüfung

(§ 14 JAG M-V, §§ 52, 9, 10 JAPO M-V)

Ein Rücktritt wird auf schriftlichen Antrag genehmigt, wenn Sie wegen Krankheit oder aus einem anderen wichtigen und von Ihnen nicht zu vertretenden Grund an der Teilnahme an der Prüfung gehindert sind. Der Antrag auf Genehmigung ist unverzüglich nach Erkennen der Hinderungsgründe zu stellen.

Der Rücktrittsgrund ist durch geeignete Nachweise, im Falle einer Erkrankung durch ein aktuelles amtsärztliches Attest und gegebenenfalls (z.B. bei nicht objektivierbaren Krankheitsanzeichen) ein fachärztliches Gutachten sowie der Medikation, zu belegen.

Prüfungsbedingte Erkrankungen stellen grundsätzlich keinen Rücktrittsgrund dar. Auch chronische Erkrankungen rechtfertigen im Regelfall keine Entschuldigung versäumter Prüfungsteile. Allerdings können auf der Grundlage von § 15 JAPO M-V auf Antrag Ausgleichsmaßnahmen (z.B. Schreibzeitverlängerung oder Pausenregelung) gewährt werden, wenn eine chronische Erkrankung vorliegt, die lediglich die mechanische Umsetzung des vorhandenen Wissens durch den Schreibvorgang beeinträchtigt und nicht - wie z.B. bei psychischen Erkrankungen - mit einer generellen Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit verbunden ist.

Die Prüfung gilt insgesamt als nicht bestanden, wenn Sie ohne Genehmigung von der Prüfung zurücktreten. Das Gleiche gilt, wenn Sie die Prüfung ohne Genehmigung abbrechen.

- Aufsichtsarbeiten:

Wenn Sie aus einem von Ihnen nicht zu vertretenden Grund mehr als eine Aufsichtsarbeit versäumen und Ihr Rücktritt genehmigt wurde, sind alle Aufsichtsarbeiten im nächsten Prüfungstermin erneut anzufertigen.

Erscheinen Sie aus einem von Ihnen zu vertretenden Grund nicht zur Anfertigung einer Aufsichtsarbeit oder geben eine Aufsichtsarbeit nicht oder nicht rechtzeitig ab, wird diese mit der Note „ungenügend“ bewertet. Die Prüfung insgesamt wird für nicht bestanden erklärt, wenn Sie aus einem von Ihnen zu vertretenden Grund mehr als einen Termin zur Anfertigung einer Aufsichtsarbeit versäumen bzw. mehr als eine Aufsichtsarbeit nicht oder nicht rechtzeitig abgeben.

- Mündliche Prüfung:

Wenn Sie aus einem nicht von Ihnen zu vertretenden Grund nicht an der mündlichen Prüfung teilnehmen und Ihr Rücktritt genehmigt wurde, ist nur die mündliche Prüfung zu wiederholen. Sie werden dann zum nächstmöglichen Zeitpunkt erneut zur mündlichen Prüfung geladen.

Nehmen Sie aus einem von Ihnen zu vertretenden Grund nicht an der mündlichen Prüfung teil, wird die Prüfung für nicht bestanden erklärt.

Schwerpunktbereiche

(§ 47 JAPO M-V)

Die Schwerpunktbereiche und deren Prüfungsstoff entnehmen Sie bitte § 47 JAPO M-V.

Wiederholungsprüfung zum Zwecke der Notenverbesserung

(§ 54a JAPO M-V)

Der Antrag auf Notenverbesserung ist innerhalb von zwei Monaten nach Ablegen der mündlichen Prüfung bei dem Landesjustizprüfungsamt unter Verwendung des veröffentlichten Formblattes „Zweite juristische Staatsprüfung – Antrag auf Zulassung zur Wiederholung der Zweiten juristischen Staatsprüfung zum Zwecke der Notenverbesserung“  zu stellen. Für das Notenverbesserungsverfahren werden Gebühren in Höhe von 400 EUR erhoben; diese können sich unter bestimmten Voraussetzungen (Verzicht des Verfahrens in bestimmten Prüfungsstadien) verringern.

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte dem veröffentlichten Dokument „Hinweise des Landesjustizprüfungsamtes zur Wiederholung der Zweiten juristischen Staatsprüfung zum Zwecke der Notenverbesserung in M-V“.

Zeugnisse

(§§ 23 Absatz 2, 33 Absatz 1 JAPO M-V)

Das Landesjustizprüfungsamt erteilt nach bestandener Prüfung ein Zeugnis über das Bestehen der Zweiten juristischen Staatsprüfung mit der erreichten Gesamtnote und Gesamtpunktzahl sowie ein Platznummernzeugnis.

Bei der regelmäßig vom Landesjustizprüfungsamt durchgeführten feierlichen Zeugnisübergabe, die zumeist wenige Tage nach Abschluss der mündlichen Prüfungen stattfindet, werden den Kandidaten die Originale der Zeugnisse sowie zwei beglaubigte Kopien ausgehändigt. Wenn Sie nicht an der feierlichen Zeugnisübergabe teilnehmen, übersendet das Landesjustizprüfungsamt diese Zeugnisse auf dem Postweg, sobald es von der Nichtteilnahme durch Sie benachrichtigt wurde. Sollten Sie an der Zeugnisübergabe teilnehmen, das Zeugnis jedoch bereits zuvor unverzüglich benötigen, kann das Landesjustizprüfungsamt auf entsprechende Anfrage diese unmittelbar übersenden.

Zuhörer bei der mündlichen Prüfung

(§ 20 Absatz 3 JAPO M-V)

Referendarinnen und Referendare der Rechtswissenschaften sowie mit der juristischen Ausbildung befasste Personen können nach entsprechender Zulassung durch den jeweiligen Vorsitzenden der Prüfungskommission als Zuhörer an mündlichen Prüfungen teilnehmen.

Das Landesjustizprüfungsamt empfiehlt von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Hierfür finden Sie sich bitte 30 Minuten vor Beginn der Prüfung am Prüfungsort ein und erfragen die Zustimmung der Prüfungsausschussvorsitzenden unter Vorlage eines Nachweises Ihrer Berechtigung zur Teilnahme.

Die Termine der mündlichen Prüfungen werden rechtzeitig auf der Homepage des Landesjustizprüfungsamtes veröffentlicht.

Zulassung zur Prüfung

(§ 44 JAPO M-V)

Sie werden von dem Präsidenten des Oberlandesgerichts dem Landesjustizprüfungsamt zur Prüfung vorgestellt. Ein eigener Antrag auf Zulassung ist daher nicht erforderlich.

Rechtspflegerprüfung

(Änderungen vorbehalten)

Die Rechtspflegerprüfung wird bei dem Justizministerium - Landesjustizprüfungsamt - abgelegt. Der Präsident des Landesjustizprüfungsamtes leitet die Rechtspflegerprüfung und bestellt die Mitglieder des Landesjustizprüfungsamtes.

Prüfungstermine

  • schriftliche Prüfungen:
    • April des 2. Ausbildungsjahres: 1. Klausur
    • März des 3. Ausbildungsjahres: 2. - 4. Klausur
    • Juli des 3. Ausbildungsjahres: 5. - 7. Klausur
  • mündliche Prüfungen:
    • September des 3. Ausbildungsjahres

Prüfungsort für die schriftliche und mündliche Prüfung

Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege Goldberger Straße 12-13 18273 Güstrow

Justizprüfungsamt

Juristische und Rechtspflegerprüfungen

weitere Informationen

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Die Gerichte und Staatsanwaltschaften in M-V 

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