Einführung der elektronischen Akte in Strafsachen
Pilotgerichte in MV bereiten sich durch Erfahrungsaustausch mit Rheinland-Pfalz vor
Pressemitteilung vom 25.02.2025
Einführung der elektronischen Akte in Strafsachen
Pilotgerichte in MV bereiten sich durch Erfahrungsaustausch mit Rheinland-Pfalz vor
Die nächste große digitale Herausforderung für die Gerichte steht vor der Tür, die Einführung der e-Akte in Strafsachen. Um sich die Erfahrungen der Justiz in Rheinland-Pfalz zu Nutze zu machen, hat ein Pilotierungsteam aus MV die Mitarbeiter des Land- und Amtsgerichts Bad Kreuznach am 18.02.2025 besucht (die Einführung der E-Akte ist dort schrittweise bereits ab 2023 erfolgt).
Nach herzlicher Begrüßung durch den Landgerichtspräsidenten Thomas Bergmann und die stellv. Amtsgerichtsdirektorin Dr. Caroline Walper, präsentierten die dortigen Kolleginnen und Kollegen den Besuchern - voller Stolz auf den erfolgreichen Weg der Umstellung - ihr dabei gewonnenes Wissen. Sie boten den Besuchern umfassend Gelegenheit sich in allen Bereichen, von der Arbeit in der Geschäftsstelle, über die Tätigkeiten der Richter/innen bis hin zum Sitzungsbetrieb einen Einblick in die praktische Arbeit mit der eAkte in Strafsachen verschaffen. Das für das Gelingen der Umstellung aller Bereiche zwingend erforderliche Schulungskonzept wurde durch Vertreter des Oberlandesgerichts Koblenz und des Justizministeriums Rheinland-Pfalz vorgestellt.
Letztere ließen es sich nicht nehmen, auch ihr aktuelles KI-Projekt zur automatisierten Entscheidungsunterstützung in Ordnungswidrigkeitenverfahren namens „K.I.T“ zu präsentieren. Das Programm soll durch eine automatische Datenerfassung wesentliche Arbeitsschritte im Rahmen der Vorbereitung der Entscheidungsfindung unter Verwendung individuell anpassbarer Muster erleichtern.
Voller positiver Eindrücke und mit der geweckten Hoffnung, das Digitalisierungsprojekt möge nicht nur gelingen, sondern wesentlich dazu beitragen, die Strafverfahren zeitgemäß, zügig und effizient zu bearbeiten, kehrte das Pilotierungsteam zurück.
Hintergrund: Die elektronische Strafakte wird zum 01.06.2025 am Oberlandesgericht Rostock sowie beim Land- und Amtsgericht Rostock eingeführt. Etwas später folgen das Amtsgericht Güstrow und zum Ende 2025 alle weiteren Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit in M/V.
Als besondere Herausforderungen sind die Einhaltung des Datenschutzes, die Vermeidung einer Systemüberlastung aber auch die rechtzeitige Schulung der künftigen Anwender zu meistern.
Kontakt:
Pressesprecherin: Hansje Eidam
Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht
Telefon: (0381) 331-251
E-Mail: presse@olg-rostock.mv-justiz.de




